NDR Spendenaktion zugunsten schwerstkranker Menschen

Im Dezember 2016 hat der NDR eine Benefizaktion „Hand in Hand durch Norddeutschland“ durchgeführt um schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen zu helfen. Partner der Aktion ist der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) mit seinen Organisationen in den beteiligten Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Alle Mitglieder in den genannten Regionen haben ihre jeweilige Hospiz- und Palliativarbeit vorgestellt und besonders über die vielfältigen Aufgaben der Ehrenamtlichen und spezielle Projekte berichtet. Im Zeitraum vom 5.12.-12.12.2016 hat der NDR in all seinen Medien wie Radio, TV und Internet diese Berichte gesendet und zu Spenden aufgerufen, die zu 100% in die Hospiz- und Palliativarbeit geflossen sind. Der Spendentag am 16.12.2016 bildete den krönenden Abschluss der Aktion, bei der bis Ende Januar insgesamt 3,6 Millionen € für die 4 Bundesländer zusammen kamen. Die Gelder konnten seit Mitte des Jahres von den Mitgliederorganisationen angefordert werden.

Unser Hospizverein hat sich mit 5 Projekten beworben, die zu 100% bewilligt wurden und sich nun in Umsetzungsphase befinden:

  • Zusatzqualifikation „Basale Stimulation“ für Ehrenamtliche und Pflegende Angehörige
  • Bücherei für Ehrenamtliche und Angehörige
  • Ausbildung von 2 Trauerbegleiterinnen
  • Anschaffung eines Trauerkoffers
  • Neue Möbel für die Koordinatoren Büro

Projekt „Basale Stimulation“ - Zusatzqualifikation für Ehrenamtliche und Angehörige in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen.

 

Von unseren MitarbeiterInnen und Angehörigen wird in Fallbesprechungen zu durchgeführten Sterbebegleitungen immer wieder angesprochen, dass es besonders schwierig und herausfordernd ist, Menschen zu begleiten, die nur über körperliche oder nonverbale Kommunikation erreichbar sind.

 

Hier scheint ein Mangel zu bestehen, den wir mit unserem Projekt beheben möchten.

 

  • Der Hospizvereine organisiert eine Weiterbildung in der ca. 14 Personen (Ehrenamtliche und pflegende Angehörige) nach dem Konzept des „Internationalen Fördervereins Basale Stimulation e.V.“ ausgebildet werden.
  • Die Inhalte werden durch eine Fachreferentin vermittelt (Grundkurse à 24 Std.).
  • Das Projekt wird durch die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminde/Göttingen (HAWK) begleitet und wissenschaftlich evaluiert.

Unsere Ziele:

  • Der genannte Personenkreis wird in einem wesentlichen Bereich seiner Tätigkeit besonders qualifiziert. Pflegende Angehörige lernen, den Kontakt zu ihren Angehörigen zu intensivieren und erfahrbar zu gestalten. Dies ist besonders wichtig in der letzten Lebensphase, in welcher oft noch Beziehungen zu klären sind.
  • Sollte sich das Projekt bewähren, kann sich dies auf die Hospizarbeit im gesamten norddeutschen Raum im Sinne der begleiteten, schwerkranken und sterbenden Menschen positiv auswirken. So kann die Vorbereitung Ehrenamtlicher im Rahmen des Celler Modells um den Aspekt der körperlichen Kommunikation erweitert werden.
  • Die Hospiz- und Palliativarbeit wird durch die Zusammenarbeit mit der HAWK in den wissenschaftlichen Bereich hinein geöffnet. Durch den persönlichen und fachlichen Austausch während der Kurse findet eine Intensivierung der Vernetzung von Hospizdienst, Angehörigen und den Studiengängen für ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, PhysiotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen an der HAWK statt.

Projekt „Bücherei für Ehrenamtliche und Angehörige“

Unser Verein hat schon immer eine kleine Bücherei vorgehalten. Wir möchten unser Angebot erweitern und benötigen dafür entsprechendes Mobiliar.

In einer vorhandenen Sitzecke soll den zukünftigen Nutzern – Ehrenamtliche und Angehörige von begleiteten Sterbenden und Trauernden - die Möglichkeit zum Nachlesen und Austausch gegeben werden. Für die Ausleihe wird ein regelmäßiger Termin angeboten. Mehrere Ehrenamtliche konnten für die Organisation der Bücherei und als AnsprechpartnerInnen für die Ausleihzeit gewonnen werden.

Wir haben gemeinsam mit der Ameis Buchecke eine Bücherliste erstellt und werden Anfang des nächsten Jahres unser erweitertes Angebot vorstellen können.


Projekt „Ausbildung von 2 TrauerbegleiterInnen“

Die Nachfrage nach Trauerbegleitung nimmt kontinuierlich zu. Wir werden von Angehörigen der Verstorbenen, die wir begleitet haben sowie auch von Menschen, die bislang nicht mit dem Verein in Kontakt waren, angefragt. Wir bieten zurzeit individuelle Einzelbegleitungen sowie verschiedene Trauergruppen und ein Trauercafé an. Unsere verfügbaren Trauerbegleiterinnen sind nicht mehr in der Lage, diesem Bedarf nachzukommen.  

Die Trauernden, die zu uns kommen, sollen professionell in ihrer Ausnahmesituation qualifiziert begleitet werden. Wir möchten dem steigenden Bedarf nach Trauerbegleitungen zeitnah gerecht werden. Die Ehrenamtlichen sollen durch die Ausbildung für diese Aufgabe qualifiziert werden.

Die Trauerausbildung findet in Zusammenarbeit mit der EEB und der KEB in Hildesheim statt, beginnt im Herbst 2018 und hat einen zeitlichen Umfang von ca. 100 Stunden. (link auf KEB). Durch die Ausbildung werden die TrauerbegleiterInnen in die Lage versetzt, die unterschiedlichen Angebote des Vereins durchzuführen.


Projekt „Anschaffung eines Trauerkoffers“

Unsere Ehrenamtlichen benötigen in akuten Situationen besondere Materialien, um Trauernde in ihrer Trauerarbeit / Trauersituation unterstützen zu können. Der Verein möchte diese Materialien in einem Koffer vorhalten, und sie den Ehrenamtlichen zeitnah zur Verfügung stellen.


Projekt „Ausstattung der Koordinatoren Büros mit neuen Möbeln“

Das Mobiliar der Büros ist unzureichend und veraltet, besteht vielfach aus offenen Regalen. Der Gesamteindruck ist eher ungemütlich und abweisend. Wir benötigen einheitliches, funktionelles Mobiliar, welches ergonomisches Arbeiten für unsere Mitarbeiter ermöglicht und möchten die notwenigen Materialien in geschlossenen Schränken unterbringen. Dadurch schaffen wir eine ansprechende Umgebung und Atmosphäre, in der wir gerne unsere Ehrenamtlichen und Gäste begrüßen.